The energy you were looking forThe energy you were looking for
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Hirofumi Fujiwara, Marile Holzner, Michael Klipphahn & Lukas Schneeweiss

"The energy you were looking for"
Skulptur, Plastik, Objekt & Installation

Vernissage am 25. Oktober 2019, 18-21 Uhr

Ausstellungsdauer: 26. Oktober - 20. November 2019

The energy you were looking for.

Kunst bewegt Menschen. Ihre einzigartige Energie flutet Räume und Plätze, verursacht Emotionen und umhüllt das Publikum in ihrer individuellen Erscheinung. Sie wird von den Künstlern aus dem Nichts erschaffen und mit ihrer Arbeit, ihrem Fleiß und ihrer Muse genährt. Mit der Fertigstellung ist das Kunstwerk vollständig aufgeladen und teilt seine Energie mit dem Publikum. Der Funke springt auf den Betrachter über, die Energie verbreitet sich. Hirofumi Fujiwara, Marile Holzner, Michael Klipphahn und Lukas Schneeweiss demonstrieren diese Energie anhand von dreidimensionalen und konzeptuellen Arbeiten und setzen den Energiefluss zwischen Kunst und Mensch in Bewegung.

Hirofumi Fujiwara studierte bei Stephan Balkenhol an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und widmet sich der figürlichen Plastik. Bei seiner aktuellen Werkreihe "Utopia" beschäftigt er sich mit dem Thema der Utopie. Bei diesen Skulpturen handelt es sich weniger um Modelle des Menschen in der Zukunft, vielmehr schafft er Figuren einer Parallelwelt. In Abgrenzung zu seinen früheren Arbeiten verbindet die Skulpturen dieser Werkserie das Element der Verschleierung. Umgesetzt wird dieser Aspekt des Geheimnisvollen durch den Einsatz transparenter Mauern, die wie ein Schutzwall um die Figuren konstruiert sind. Erst bei genauerem Hinsehen kann man das Wesen jeder einzelnen Figur hinter Plexiglas, Silikontropfen oder Strohhalmen erahnen.

Die Objekte aus Papier von Marile Holzner, so weich und in sich zusammensackend wie eine an die Wand gelehnte Matratze, so starr wie ein verbogener Kamm oder so zäh wie ein Kaugummi – Wie entsteht Form? Wie ein roter Faden zieht sich diese Frage von den frühen Arbeiten bis heute durch das Werk von Marile Holzner, die ihr Studium der freien Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Karin Kneffel absolvierte. Die Resultate der Suche nach Antworten haben sich im Laufe der Jahre verändert und bilden doch ein großes Ganzes, das sich in verschiedene Varianten auffächert und dabei immer wieder überrascht. Selten wird die Frage durch konkret realitätsbezogene Formen beantwortet: Faszinierend ist gerade die oftmalige Formlosigkeit der Objekte. Wie Elemente eines Zeichensystems, das wir erahnen aber nicht gänzlich ergründen können wecken sie Assoziationen an Bekanntes, ohne sich am Ende gänzlich dechiffrieren zu lassen.

Die Kleidungsplastiken von Michael Klipphahn können als Sammlungen poetischer Formen von Körpern und Körperschmuck gelesen werden, die zwischen der trashigen Clubästhetik der 90er Jahre, Fetischobjekten und Merchandiseartikeln aus Museumsshops lavieren. Der Künstler, der an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Ralf Kerbach studierte, betitelt seine gehärteten Kleidungsstücke und Kleidungsobjekte als Phantome, dem medizinischen Begriff für naturgetreue Organnachbildung für Operationsübungen und Demonstrationen. Generell illustrieren seine Plastiken nicht nur die unheimliche Absenz echter menschlicher Akteure, sondern verweisen auf deren Determination als bloßer Projektionsoberfläche. Generell ist das Thema seiner Arbeiten die Glätte als Signatur der Gegenwart, seien es die Smartphone- oder Desktopbildschirme, die Oberflächen fotografischer, plastischer oder malerischer Arbeiten oder die Glätte als Bildmetapher.

Lukas Schneeweiss studierte bei Leni Hoffmann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Er arbeitet präzise mit den malerischen Qualitäten von Material und erzeugt dadurch Werke mit dringlich visuellem Wert. Den Betrachtern begegnen einfache Formen, denen eine kalkulierte Geordnetheit zugrunde liegt. Schneeweiss’ Rückgriff auf Typografie entspringt einer poetisch lyrischen Wurzel, die aber nie ins aufdringlich narrative abgleitet, sondern ins Absurdum führt. Konzentriert schöpft der Ästhet aus einem breiten Oeuvre, dabei ist die subjektive Transformation von Erinnerungen, Empfindungen, Verhältnissen und Fundstücken ein wesentlicher Antrieb.